Juli 2025: Gartenradtour – Wilde Vielfalt wagen

Rund 25 Interessierte folgten im Juli 2025 der Einladung des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen, um sich über Vorgärten, Gärten und das städtische Grün in Lichtenau zu informieren.Das Interesse war groß, worüber sich die Sprecher_innen Dr. Katrin Korth und Jürgen Wäldele freuten.

Immer mehr Bäume, Sträucher und Pflanzungen leiden unter Stress, in den Gärten wie auch entlang der Straßen. Die Auswirkungen des Klimawandels mit Hitze, Trockenheit sowie Starkregen und Unwettern zeigen sich immer mehr. Bewährte Baumarten wie Kastanien werden den Veränderungen nicht standhalten. In den Gärten tun sich Rhododendron und Hortensie schwer. Auch das öffentliche Grün entlang der Straßen und auf Friedhöfen leidet. Weniger sichtbar ist die abnehmende Artenvielfalt. Kurz geschnittene Rasenflächen und steinerne Vorgärten bieten nicht genug Lebensraum für Bienen und Insekten.

In der Tour ging es darum, Ideen zu vermitteln und sich darüber auszutauschen, was jede und jeder selbst tun kann. Auch ein kleiner Vorgarten lässt sich artenreich und insektenfreundlich bepflanzen. Manche Stauden wie Zypressenwolfsmilch, Goldhaarastern, Brandkraut oder Frauenmantel kommen mit Hitze und Trockenheit besser klar. Die Blüten von Wildstauden wie wilder Möhre, Wiesensalbei, Labkraut und Natternkopf sind für viele Insekten überlebenswichtig. Der Blick hinter die Gartentüren zeigte, wie unterschiedlich die jeweiligen Besitzerinnen und Besitzer ihre Gärten angelegt haben. Wer hätte schon mitten in Lichtenau einen Waldgarten vermutet. Auch ein Klimawandelanpassungsbeet regte zum Nachdenken an. Auffällig in allen Gärten waren Wasserläufe, Teiche und kleine Wasserbecken, genauso wie alte Baumstämme, große Wurzeln und Holzstapel. Insekten sind auch darauf angewiesen.

Eine intensive Diskussion gab es über Wildstauden. Peter Kirschenmann von der Gärtnerei Kirschenmann erläuterte kenntnis- und detailreich seine Wildstaudenpflanzung in der Landstraße und auf dem Friedhof in Scherzheim. Die Teilnehmenden waren sich einig: wir brauchen ein neues ästhetisches Empfinden, denn Wildstauden sehen anders aus und funktionieren anders als klassische Blumen- und Staudenbeete. Sie können aber eine Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels sein, besonders auch bei den öffentlichen Flächen. Hier lässt sich langfristig sogar Geld sparen, denn die Pflege ist einfacher und das Wässern entfällt.

Beim gemütlichen Abschluss im Kräutergarten Scherzheim wurden dann Ideen geschmiedet: für weitere Touren und für die naturnahe Gestaltung des Kreisverkehrs in Lichtenau, desten triste Rasenflächen nucht nur langweilig sind, sondern vor allem keinen ökologischen Nutzen.

Dr. Katrin Korth, Sprecherin des OV Lichtenau/Baden

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